Das Spiel der Wolken über zerklüfteten Klippen
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Uli Müller
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Lichtspiele am Horizont
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Einsame Schönheit auf dem Hügel
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Stimmung mit Bergpanorama
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Wannenkopfhütte › Blog

Tipps vom Profi für Deinen Hüttenmoment

Michael Kreck von Michael am 21.05.2018

Damit Du Deine Hüttenmomente perfekt in Szene setzen kannst, habe ich mir einen der Top Fotografen des Allgäus geschnappt, um ihm seine Experten-Tipps zu entlocken.

Auf meinen zahlreichen Wandertouren darf neben festem Schuhwerk und viel Wanderlust eines nie fehlen: meine Kamera. Schönes, witziges oder außergewöhnliches muss schließlich festgehalten werden. Sowohl für mich, um noch in Zukunft in Erinnerungen an diesen Moment schwelgen zu können, als auch für meine Mitmenschen. Ich knipse also fleißig drauf los, nur um dann festzustellen, dass meine Bilder nie das wiederspiegeln, was ich mit bloßem Auge gesehen habe.

Kennst Du das auch? Ganz schön frustrierend!

Also habe ich mich auf die Suche gemacht, und zwar nach einem Experten auf dem Gebiet der Fotografie: Uli Müller. Weltweit war er schon unterwegs und hat alles, was sich vor seiner Linse präsentierte, perfekt in Szene gesetzt. Seine Bilder bewegen, wecken Emotionen, bringen einen zum Staunen und motivieren dazu, sich mehr mit der Fotografie zu befassen.

Der goldene Schnitt ist das A und O

Servus Uli. Erzähl doch mal ein wenig von dir, bevor es dann so richtig zur Sache geht?

Ursprünglich komme ich aus Tübingen, bin aber im wunderschönen Allgäu aufgewachsen und lebe bis heute hier. Ich habe das Glück, mir mit meiner Leidenschaft meine Brötchen verdienen zu können, und zwar mit dem Fotografieren. Dabei gehören Landschaft und Portrait ganz klar zu meinen Steckenpferden. Doch egal, was sich vor meiner Linse befindet, eines haben alle Motive gemeinsam: sie geben mir ein neues Gefühl oder lehren mich etwas über mich selbst bzw. über die Welt um mich herum.

Leidenschaft ist schon mal die halbe Miete. Aber was glaubst Du, ist nötig, um richtig gute Fotos zu schießen? Und das auch als Laie?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, das eigene Auge zu schulen, um alles aus der ganz persönlichen Perspektive zu sehen. Von simplen Gebrauchsgegenständen bis hin zu spektakulären Szenen wie einem Gebirgspanorama. Jeder reagiert anders auf die Welt da draußen und man muss diese individuelle Reaktion einfangen, wenn man ein ganz besonderes Foto haben möchte. Genau das versuche ich.
Walker Evans sagte einmal: "So erziehst du deine Augen: Beobachte, sei neugierig, hör gut zu." Also natürlich kannst Du das auch, Du musst Dich nur darauf einlassen!

Hast Du nicht auch was handfestes, was ich befolgen kann? Eine Regel, einen Geheimtipp oder ähnliches?

Zu allererst solltest Du Dir schon mal darüber im Klaren sein, wie Dein Bild aussehen soll. Das heißt, stelle dir einen Bilderrahmen vor, mit welchem Du das gewünschte, im Kopf zurecht gelegte Bild umrahmst. Vor allem bei Landschaftsbildern gehe ich immer so vor. Noch besser ist es, wenn Du ein imaginäres Raster über Dein Bild legst, womit wir auch schon zum goldenen Schnitt kommen!

Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit der Bildaufteilung- und Gestaltung. Er bestimmt ein Seitenverhältnis, welches auch in der Natur oft zu finden ist. Vielleicht empfinden wir ihn gerade deswegen als sehr angenehm und stimmig. Für mich ist er eine der wesentlichen bildgestalterischen Regeln. Kaum ein Fotograf verzichtet auf dieses Mittel der Bildgestaltung.

In der Umsetzung des goldenen Schnitts bedeutet dies einfach gesagt, dass wir – z.B. bei einem Portrait – den Kopf nicht mittig, sondern entweder im vorderen oder hinteren Drittel platzieren. Diese Aufteilung wird von uns als wesentlich stimmiger und angenehmer empfunden. Den goldenen Schnitt kann man natürlich auch wunderbar bei Stillleben oder sogar bei Schnappschüssen anwenden und so ein perfektes Bildergebnis erzielen.

Woher weiß ich, in welchem Drittel mein Objekt liegt?

Das ist gar nicht so schwer! Ausgangspunkt hierbei ist die Drittregel, d.h. Du teilst Dein Bild in ein Raster ein, welches aus neun Rechtecken besteht – Du drittelst das Bild quasi in der Höhe und dann nochmal in der Breite. Das Hauptmotiv sollte an den Schnittpunkten oder entlang der gedachten Linien platziert werden. Die meisten Kameras verfügen über eine Rasterfunktion, die es einem noch leichter macht, nach dieser Regel zu fotografieren.

Das leuchtet alles ein, vielen Dank! Hast Du sonst noch etwas, was Du mir mit auf den Weg geben möchtest?

Sei kreativ, sprenge Grenzen und ändere auch mal den Blickwinkel. Es reicht auch schon, wenn Du Deine Augen offen hältst, unscheinbare Kleinigkeiten in den Vordergrund rückst, die Perspektive wechselst oder neue Orte in Deiner Umgebung entdeckst.

Du möchtest mehr über Uli Müller erfahren? Oder bist nur neugierig auf seine Werke? Dann klicke hier

Beispiel zum Goldenen Schnitt